Bei Mauritius denken viele zuerst an Postkartenmotive aus türkisblauen Lagunen, weißen Sandstränden und Palmenkulissen. Doch abseits der Küste zeigt die Insel ein ganz anderes Gesicht: eine eindrucksvolle Berglandschaft aus zerklüfteten Vulkanformationen, dichten Wäldern und weiten Hochebenen mit spektakulären Blicken über den Indischen Ozean. Für Wanderer, Trailrunner und aktive Entdecker ist Mauritius längst eine faszinierende Outdoor-Destination.
Sonnenaufgang am Le Morne
Ikonisch und zugleich tief verwurzelt in der Geschichte der Insel ist der Aufstieg auf den Le Morne Brabant. Der markante Basaltmonolith im Südwesten zählt zum UNESCO-Welterbe und ist Symbol für Freiheit und kulturelles Erbe. Doch statt nur Fotomotiv zu sein, wird er für aktive Reisende zum intensiven Naturerlebnis.
Der rund dreistündige Auf- und Abstieg führt zunächst über grasbewachsene Hänge, später über felsigere Passagen. Frühaufsteher werden mit einem Sonnenaufgang belohnt, der die Lagune in warmes Gold taucht und die Silhouette der Küste eindrucksvoll nachzeichnet. Geführte Touren vermitteln nicht nur Sicherheit auf den letzten Kletterpassagen, sondern auch Hintergrundwissen zur Geschichte des Berges. So verbindet sich sportliche Herausforderung mit kultureller Tiefe.
Die Bergwelt rund um Pieter Both
Die Bergwelt von Mauritius ist vulkanischen Ursprungs und wird durch eindrucksvolle, teils markante Gipfel geprägt. Besonders hervorzuheben ist der Pieter Both, der mit seiner charakteristischen, kugelförmigen Felskrone als eines der bekanntesten Wahrzeichen im Inselinneren gilt. Die Besteigung stellt eine anspruchsvolle Herausforderung dar und bleibt erfahrenen Bergwanderern vorbehalten. Trittsicherheit sowie die Begleitung durch einen lokalen Guide gelten als empfehlenswert. Der Aufstieg wird jedoch mit weiten Ausblicken über das zentrale Hochland und die umliegende Landschaft belohnt.
Dschungelpfade im Black River Gorges Nationalpark
Im Herzen der Insel erstreckt sich der Black River Gorges Nationalpark. Auf über 60 Kilometern markierter Wege durchziehen Pfade dichten Regenwald, vorbei an Wasserfällen, endemischen Pflanzenarten und spektakulären Aussichtspunkten. Beliebt ist die Route zum Black River Peak, mit 828 Metern der höchste Punkt der Insel. Der Weg führt durch ursprüngliche Vegetation und eröffnet immer wieder Panoramablicke über Schluchten und Küstenlinien. Für ambitionierte Läufer bieten die abwechslungsreichen Trails ideale Bedingungen. Moderates Höhenprofil, schattige Waldabschnitte und technisch anspruchsvollere Passagen machen das Gelände abwechslungsreich und sportlich reizvoll. Aussichtspunkte wie der Macchabée Viewpoint oder der Gorges Viewpoint ermöglichen auch kürzere Wanderungen mit großem Panoramaeffekt.
Panoramawanderung mit Weitblick über Port Louis
Im Rahmen aktiver Naturerlebnisse auf Mauritius zählt die Wanderung auf den Le Pouce, den dritthöchsten Berg der Insel, zu den besonders empfehlenswerten Touren. Der Name „Le Pouce“ („Der Daumen“) geht auf die markante Form des Gipfels zurück. Die Route eröffnet weite Panoramablicke auf die Hauptstadt Port Louis, die Moka-Bergkette sowie das zentrale Hochland.
Der überwiegend gut begehbare Pfad führt durch offene Graslandschaften und über sanfte Bergrücken, bevor der letzte Abschnitt zum Gipfel Trittsicherheit erfordert und aus einer kurzen Kletterpassage besteht. Oben angekommen eröffnet sich ein beeindruckender 360-Grad-Blick über die Insel und den Indischen Ozean. Besonders in den frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden entfaltet die Tour ihren besonderen Reiz, wenn das Licht die Landschaft eindrucksvoll in Szene setzt.
Farbenspiele zwischen Pfaden und Wasserfällen
Der Ort Chamarel ist insbesondere für das eindrucksvolle Naturphänomen der „Siebenfarbigen Erde“ bekannt, das einen besonderen Einblick in die geologische Entstehungsgeschichte der Insel bietet. Die vegetationslose, sanft gewellte Landschaft aus vulkanischem Lavagestein zeigt sich in einer charakteristischen Palette aus sieben verschiedenen Erdtönen und zählt zu den außergewöhnlichsten Naturattraktionen im Südwesten von Mauritius. Mehrere Wander- und Trekkingrouten führen durch die umliegenden Hügel und eröffnen immer wieder weite Ausblicke über das grüne Inselinnere bis hin zur Küste. In unmittelbarer Nähe ergänzt zudem der höchste Wasserfall der Insel, der Cascade de Chamarel, das Naturerlebnis und ist über gut begehbare Pfade im Rahmen kürzerer Wanderungen erreichbar.
Fotocredits: evasitkophoto, Mauritius Tourism Promotion Authority (MTPA), Philip Koschel
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